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Interview mit Verena alias SupDuck Herausgeberin von standuppaddeln.at

06.05.2018 10:55

In diesem Interview sprechen wir mit Verena, der Herausgeberin des Online Stand up Paddle Magazins StandUpPaddeln.at. Doch damit noch nicht genug, Verena lebt diesen Sport, versucht in jeder freien Minute auf dem SUP zu stehen, nimmt regelmäßig an Wettkämpfen teil und ist damit auch ziemlich erfolgreich. Der Name SupDuck hat sich aus ihrer Sammelleidenschaft für gelbe Quietschentchen und ihrer Leidenschaft zum SUP-Sport förmlich aufgedrängt, erzählt sie uns vorweg.

Geboren: Mensch, sowas fragt man eine Frau doch nicht die grad vierzig geworden ist ;) 19.11.77
Familienstatus: ledig
Ich SUPe seit: 2008
Lieblingsmove: Waagrecht am Stand Up Board liegend, mit Kokoswasser in der Hand
Lieblingsspot: Der Strand zwischen Tagliamento und Lignano. Ganz seicht, aber wunderbare kleine Wellen, ideal zum SUP surfen lernen, in Verbindung mit einem Picknick bei Sonnenuntergang.
Lieblingsgetränk: Kokoswasser
 

Kiteladen: Verena, Du bist ein Urgestein der österreichischen SUP Szene und gefühlt schon immer mit dabei, wann genau hast Du mit dem Stand up Paddeln begonnen und was hat Dich zu diesem Sport gebracht?

Verena: Ich war mit meinen Eltern am Neusiedlersee in Breitenbrunn. Das ist jetzt schon 10 Jahre her. Da ist einer mit einem Stand up Paddle Board an mir vorbei gefahren. Sobald er das Land betreten hat, habe ich ihn belagert und gefragt was das ist, woher er das hat. Er hat mir gleich angeboten mich aufs SUP stellen zu dürfen. Ich glaube, er war der erste Verleiher überhaupt in Österreich. (Vielleicht habe ich ihn auf die Idee gebracht, lach).Damals zahlte man nur 7 Euro pro Stunde. Jedes Mal, wenn ich in Breitenbrunn/Neusiedlersee war, war das mein Fixtermin, rauf aufs Stand Up Paddle Board. Das Hauptmotiv weshalb ich beim Sport geblieben bin, ist dieser Einklang mit der Natur am Wasser. Stress oder genervt, rauf aufs Brett, rein in die Natur – Ruhe!

Kiteladen: Von der Hobby Paddlerin bis zu SUP Wettkämpfen ist bei Dir nicht viel Zeit vergangen, wie hat sich die Stand up Paddle Szene aus Deinen Augen in den letzten Jahren verändert?

Verena: Der Sport an sich ist förmlich explodiert. Fast könnte man das Stand up Paddeln schon mit Radfahren vergleichen. Jede Familie, die im Sommer am Wasser ist, spielt sich mit dem Gedanken ein SUP anzuschaffen. Dann gibt es die Freaks, die Raceboards haben, die die Touring SUPs fahren oder die Spaß- und Hobbypaddler. Eher traurig ist der Anblick der Entwicklung von Verband und Vereinen. Leider dreht sich die Rider Szene immer noch um eine handvoll Menschen und so wie es aussieht, wird sich das auch die nächsten Monaten /Jahren nicht ändern. Solange nicht der Sport  und das Miteinander im Vordergrund stehen, wird das nichts.

Kiteladen: Was waren bisher Deine größten Erfolge bei Stand up Paddle Meisterschaften und welches Ziel peilst Du in Deiner aktiven Karriere noch an?

Verena: Bekanntlich ist das Leben ja das was passiert, während Du dabei bist, andere Pläne zu machen. Mein Ziel wäre gewesen nach etlichen erfolgreichen Heimrennen, die Internationalen Rennen anzupeilen. Theoretisch wäre ich mit einem super aufgestelltem Sponsoren Team und einigen Rennerfolgen (1. Platz Landesmeister, 3. Platz Österreich Meisterschaften, insgesamt 7x Bronze, 3x Silber, 2x Gold) recht gut aufgestellt gewesen, doch dann ist meine Mutter an einer unheilbaren Krankheit erkrankt und liegt seit 4 Jahren im Sterben. Meinem Vater geht es gesundheitlich auch nicht mehr gut und da änderte sich mein Leben schlagartig. Anfangs hab ich noch versucht alles unter einen Hut zu bekommen, doch du kannst keine Topleistungen bringen, wenn dir an anderer Steele die Kraft geraubt wird. So habe ich eine Rennpause eingelegt und bin sehr froh, dass ich so verständnisvolle Sponsoren habe, die trotzdem zu mir halten. Es gibt wunderschöne SUP-Rennen, die ich in Zukunft unbedingt einmal fahren möchte wie SUP Paris und in London auf der Themse. Die 11 City Tour wäre auch eine Herausforderung. Ausserdem habe ich noch etliche Pläne, die nicht mit Sup Rennen aber mit dem Sup Sport zu tun haben. Denn am wichtigsten ist mir, Leute zum Sport zu animieren. Daher auch meine Internetseite, die ich noch immer seit der ersten Stunde mit Leidenschaft mache. (Nein, ich verdiene damit kein Geld.)

Kiteladen: Du bist nicht nur auf den österreichischen Seen unterwegs, sondern auch auf fließenden Gewässern wie der Donau. Worauf muss man achten, wenn man mit dem Stand up Paddle Board auf Flüssen paddeln will?

Verena: Das Wichtigste ist immer, du darfst dich und das Wasser nicht unterschätzen. Mir sind selbst schon Situationen passiert, wo ich dachte, das darf nicht wahr sein. Kein Mensch hätte geahnt, dass das je passieren könnte. Gerade auf Fließgewässern fahre ich niemals alleine, erdkundige dich über Schifffahrtsregeln und quere niemals die Donau bei Donauschlingen. Auf StandUpPaddeln.at schreiben wir immer wieder über das Thema Sicherheit beim Stand up Paddeln. Ich habe es selbst erlebt, wie ein Freund von mir unter einen Baum gezogen wurde. Ich war nur 5 Meter entfernt, doch ich hätte in der Mega Strömung 2 Minuten zu ihm gebraucht – viel zu lange! Gott sei dank passierte nichts, außer dass wir einen Mega Schock hatten. Und dann das leidige Thema mit dem Trockenanzug. „Ich falle eh nicht mehr rein“. Nie, niemals nie, gehe unter 15 Grad ohne Trockenanzug aufs Wasser. Leider gibt es sogar in der Sup Szene nach wie vor Rennen wo Amateure mitfahren, die in Fließgewässern abgehalten werden, wo keine Trockenanzug Pflicht und keine Schwimmwestenpflicht herrscht. Unfassbar. Nur eine Frage der Zeit bis ein Unglück geschieht. Ich bin keine übervorsichtige Person, ganz im Gegenteil, doch ich konnte in den 10 Jahren am SUP Board schon viele Erfahrungen machen.

Kiteladen: Stand up Paddeln hat sich in den letzten Jahren vom Sport für wenige Individualisten zum Breitenspot entwickelt. Mit zunehmender Nachfrage hat sich auch das Material verändert, wo siehst Du die größte Innovation beim SUP Material in den letzten Jahren?

Verena: Natürlich versuchen die Hersteller jedes Jahr das SUP neu zu erfinden. Wirkliche Innovationen gibt es nur vereinzelt. Doch unterm Strich haben wir ein Stand up Paddle Board, ein Paddel und eine Finne. Interessant ist durchaus die Veränderung der Marktlage. Früher gab es ein paar Anbieter, teilweise mit Apothekerpreisen. Jetzt drängen viele Billiganbieter auf den Markt. Teilweise mit grauenhafter Qualität, teilweise aber doch ganz annehmbar. Das Elektro SUP steht ja bei den Händlern auch ganz oben. Ich persönlich bewege mich gerne selber am Board mit dem Paddel voran.

Kiteladen: Worauf sollten Frauen bei der Auswahl der Stand up Paddle Ausrüstung besonders achten? Wo sind die großen Unterschiede zur Ausrüstung für Männer?

Verena: Gar keine. Beim Paddeln kommt es auf Gewicht und Körpergröße an. Das Klischee "rosa Boards und Blümchen" zieht bei Frauen mehr, stimmt allerdings (lacht).

Kiteladen: Vielen DANK Verena, dass Du Dir die Zeit genommen hast und unsere Fragen mit so viel Geduld beantwortet hast.

Verena: Das waren ja richtig viele Fragen. Gerne, ich freue mich wenn alle gemeinsam daran arbeiten, den Sport in Österreich und Deutschland noch bekannter zu machen. Denn wichtig ist, dass sich alle Menschen bewegen und Spaß dabei haben. Das ist mein Gedanke zum Stand up Paddeln.

Hier findest du Verena im Netz:

StandUpPaddeln.at
SupDuck.at
Instagram


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