Wingfoil Einsteiger: Das musst Du zum Thema Wingsurfen wissen!

23.04.2021 11:30

Wingfoilen ist eine neue Wassersportart, die Kitesurfen, Windsurfen, Surfen und Foilen miteinander verbindet. Die Idee des Wings lag bei vielen Kiteherstellern schon lange in der Schublade, aber erst das Foilen hat den Durchbruch des Wings ermöglicht. 2019 waren die ersten Wingfoiler und Wingsurfer auf dem Wasser zu sehen und es ist nicht bei einem kurzfristigen Hype geblieben.

Der Einsatzbereichs des Wings ist nicht nur auf das Wasser beschränkt, denn viele nutzen dieses Sportgerät auch an Land mit Longboards, Inline-Skates, Eislaufschuhe, Ski, Surfskates oder dem Snowboard.

Was Du über das Wingen wissen musst, warum dieses Sportgerät so viel Spaß macht und wieso es sich für die ganze Familie eignet, erfährst Du in diesem Beitrag.

Wingfoiler mit Harlem Wing

Was ist Wingfoilen oder auch Wingsurfen?

Die Begrifflichkeiten beim „Wingen“ sind noch sehr neu, weshalb sich auch in nächster Zeit immer wieder neue Wortschöpfungen entwickeln werden.

  • Beim Wingfoilen gleitest Du mit einem Wingfoilboard und einem Wing über das Wasser. Dies ermöglicht das so genannte Foil, das Dich über dem Wasser schweben lässt. Um diese Technik zu erlernen, solltest Du einen Kurs in einer Wingfoilschule besuchen.
     
  • Als Wingsurfen bezeichnet man das Wingen auf der Welle. Das erfolgt meist auch mit einem Foil, jedoch sieht man bereits auch Pros, die ein Surfboard nutzen. Wir verfolgen gespannt, in welche Richtung sich dies noch weiterentwickeln wird.
     

Was ist ein Wing?

Ein Wing sieht ähnlich aus wie ein Windsurfsegel, die Basis ähnelt aber einem Kite, was bedeutet, dass der Wing aufgepumpt wird. An der Mittelstrut sind mehrere Handles angebracht, an denen Du den Wing hältst und steuerst. Manche Hersteller verwenden einen so genannten festen „Boom“ – das ist eine feste Stange bzw. ein „Gabelbaum“, der die Handles ersetzt.

An der Fronttube befinden sich ebenfalls Handles (die Anzahl unterscheidet sich je nach Hersteller), an denen du den Wing halten kannst, wenn Du möchtest, dass er beim Abreiten der Welle hinter Dir drucklos mitschwebt.

Wings der neuesten Generation verfügen über Fenster im Tuch, damit Du andere Wassersportler siehst und potenzielle Gefahren rechtzeitig erkennen kannst.

Naish Wingsurfer

Benötige ich Vorkenntnisse, um Wingfoilen zu lernen?

Grundsätzlich ist der Einstieg in das Wingfoilen leichter, wenn Du schon Wassersporterfahrung oder zumindest Erfahrung mit anderen Boardsportarten mitbringst. Es hat sich gezeigt, dass vor allem Windsurfer das Wingfoilen sehr leicht nach nur wenigen Sessions erlernen können und die ersten Manöver problemlos und meist auf Anhieb funktionieren. Auch als Kitefoiler wird Dir der Einstieg beim Wingfoilen leichter fallen als jemandem, der noch keine Wassersporterfahrung mitbringt. Doch auch als Wassersportneuling kannst Du das Wingfoilen mit etwas Engagement schnell erlernen. Wenn Du Wingfoilen ohne Wassersporterfahrung lernen möchtest, empfehlen wir dir unbedingt einen Wingfoil Kurs zu besuchen. Mittlerweile bieten viele Kitesurfschulen in Deutschland und Österreich auch Wingfoilkurse an. Der Wing hat einen entscheidenden Vorteil zum Kite: der Wing hat keine 25 Meter langen Leinen und Du benötigst kein Trapez. (Manche Wingfoiler verwenden zum Teil ein Trapez, um die Arme bei längeren Sessions entlasten zu können. Grundsätzlich wird zum Wingen aber kein Trapez benötigt.)

KITELADEN Tipp: Wenn Du noch keine Vorerfahrung mitbringst, kannst Du als Wingfoil Anfänger das Handling des Wings mit einem Longboard, Surfskate, Mountainboard oder Landboard auf einer asphaltierten freien Fläche oder auf einem breiten, harten Sandstrand ausprobieren. 8 bis 10 Knoten Wind reichen vollkommen aus. Vergiss dabei nicht auf eine passende Schutzausrüstung wie Helm und Handgelenksschoner sowie Knieschützer. Auch auf dem Schnee oder dem Eis macht das Wingen im Winter mit Ski, Snowboard oder Eislaufschuhen großen Spaß.

Wo kann ich Wingfoilen lernen?

Viele Kitesurf- oder Windsurfschulen bieten jetzt auch Wingfoilkurse an. Manche Kurse erfolgen mittels Motorboot, andere starten wieder vom Ufer. Wingfoilschulen verwenden meist Funkhelme, sodass Du während der Schulung ständig in Kontakt mit einem Wingfoillehrer oder einer Wingfoillehrerin bist. Ob Du das Wingfoilen lieber bei einer Schule an einem See oder am Meer erlernst, bleibt Dir selbst überlassen.

Im Wingfoilkurs erfährst Du auch, wie Du das Foil richtig am Wingfoil positionierst und welchen Einfluss die Veränderung der Mastposition hat.

KITELADEN Tipp: Anfänger sollten mit einer neutralen Mastposition beginnen. Je weiter vorne der Mast befestigt wird, desto stärker ist der Druck des Foils am vorderen Fuß. Wenn Du den Mast zu weit hinten positionierst, wird es schwieriger aus dem Wasser zu kommen.

Wingsurfer in Puerto Lajas

Welche Ausrüstung benötige ich zum Wingfoilen?

Zum Wingfoilen benötigst Du:
  • einen Wing: welche Größe Du wählst, hängt von den Windbedingungen, der Disziplin und von Deinem Gewicht ab.
  • eine bzw. zwei Leashes: eine Leash verbindet den Wing mit Deinem Handgelenk und die zweite Leash verbindet das Wingfoilboard mit Deinem Fußgelenk. Alternativ kannst Du auch eine Hüftleash als Verbindung zum Wingfoilboard verwenden.
  • ein Wingfoilboard mit Foil
  • einen Helm, Prallschutzweste, Neoprenanzug und Neoprenschuhe: wir empfehlen beim Wingfoilen – vor allem bei den ersten Versuchen – Neoprenschuhe zu tragen, und zwar nicht in erster Linie wegen der Wassertemperatur, sondern weil Du Dich an den scharfen Kanten des Foils schneiden kannst, wenn Du ins Wasser fällst und versuchst wieder auf das Board zu kommen. Am Anfang ist es nämlich ungewohnt, dass sich unter der Wasseroberfläche noch „etwas“ befindet, und bei Schwimmbewegungen kannst Du Dich am Foil versehentlich schneiden.
  • eine Pumpe: der Wing wird wie ein Kite aufgepumpt, deshalb benötigst Du eine entsprechende Pumpe. Die meisten Wing Hersteller liefern beim Kauf des Wings bereits eine Pumpe mit. Wenn Du eine andere Pumpe verwendest, musst Du darauf achten, welches Ventil beim Wing verbaut ist.

Warum soll ich als Windsurfer oder Kitesurfer das Wingfoilen erlernen?

Wingfoilen ist für viele Wassersportler eine tolle Ergänzung zum Kitesurfen oder Windsurfen. Als Windsurfer benötigst Du viel Material, das auch noch sehr schwer ist und meist macht das Windsurfen erst bei viel Wind richtig Spaß. Der Wing hingegen ist federleicht, lässt sich in einem kleinen Rucksack transportieren und kann auch auf Urlaubsreisen problemlos mitgenommen werden.

Viele Gewässer verfügen über sehr gute Windbedingungen, aber es gibt keine Einstiegsmöglichkeiten für Kitesurfer. Mit einem Wing benötigst Du keine Startfläche und auch keinen Starthelfer. Beim Wingfoilen benötigst Du nur 10 Knoten Wind – Du kannst also im absoluten Leichtwindbereich starten.

Welches Wingfoilboard soll ich zum Wingen nehmen?

Als Wingfoil Anfänger benötigst Du für die ersten Sessions ein größeres Wingfoilboard mit etwa 130 bis 150 Litern. Wie groß das Board genau sein sollte, hängt unter anderem auch von Deinem Gewicht ab. Grundsätzlich gilt: je kleiner das Wingfoilboard, umso schwieriger wird es – der Fahrspaß am Wasser wird mit einem kleiner Board aber größer.

Wenn Du die Grundlagen in einem Wingfoilkurs erlernt hast und Dir für die ersten Versuche ein größeres Wingfoilboard ausgeliehen hast, kannst Du auf ein kleineres Board zwischen 100 und 130 Litern Volumen wechseln. Wenn Du Dir nicht sicher bist, welches Wingfoilboard für Dich geeignet ist, beraten wir Dich gerne im Kiteladen Wingfoilshop telefonisch, per Mail oder persönlich in unserem Surfshop in Oberndorf bei Salzburg.

MB Albatros Wingfoil Board

Welches Foil soll ich zum Wingfoilen nehmen?

Die Foilhersteller haben sich auf die neuen Anforderungen beim Wingfoilen eingestellt und spezielle Foils zum Wingfoilen entwickelt. Im Gegensatz zum Kitefoilen wird beim Wingfoilen ein größerer Frontwing verwendet. Dieser liegt je nach Gewicht und Können des Foilers meist zwischen 1500 und 2000 cm². (Bei über 100 Kilogramm Körpergewicht ist ein Frontwing mit 2500 cm² sinnvoll.)

Für Einsteiger und Aufsteiger eignet sich ein Frontwing mit einer „Low Aspect Ratio“ – Profis und Racer, die schneller unterwegs seinwolen, setzen auf einen Frontwing mit einer „High Aspect Ratio“.

Foils für Wingfoilboards verfügen auch meist über einen kürzeren Mast als bei Kitefoils. Für das Wingfoilen werden meist Masten zwischen 70 und 90 Zentimeter verwendet.

Welche Winggröße ist empfehlenswert?

Das hängt von der Windstärke, Deinem Körpergewicht, dem Revier und dem Können ab. Grundsätzlich ist für den Einstieg ein Wing zwischen 4 und 5 m² (je nach Körpergewicht auch bis zu 6 m²) empfehlenswert. Wenn Du nach einiger Zeit auch bei stärkerem Wind Wingfoilen möchtest, brauchst Du einen kleineren Wing. Auch hier hängt es davon ab, wie viel Du wiegst und wie stark der Wind ist.

Die Hersteller bieten derzeit Wings zwischen ca. 2,2 m² und 7 m² an. Sehr kleine Wings eignen sich natürlich auch für Kinder und Personen mit einem geringen Körpergewicht. Wirf am besten einen Blick auf die Herstellerangaben zum Windbereich des jeweiligen Wings. Meist wird dieser für ein durchschnittliches Körpergewicht von ca. 75 Kilogramm berechnet.

Wingfoiler Gunnar Binniasch

Tipps für Wingfoil Einsteiger

  • Verwende kein zu kleines Wingfoilboard für die ersten Versuche. Damit machst Du es Dir unnötig schwer.
     
  • Ohne Wassersporterfahrung solltest Du einen Wingfoilkurs besuchen.
     
  • Bevor Du Deine erste Versuche auf dem Wasser wagst, kannst Du den Wing auch an Land ausprobieren. Verwende dazu am besten ein Longboard oder noch besser ein Surfskate. Auch am Schnee kannst Du den Wing mit einem Snowboard oder mit Ski ausprobieren.
     
  • Beim Zusammenlegen des Wings solltest Du darauf achten, die Fenster nicht zu knicken. Lass den Wing immer vollständig trocknen bevor Du ihn zusammenlegst, aber lass ihn nicht länger als nötig in der Sonne liegen, um die Lebensdauer des Wings nicht zu verkürzen.
  • Achte immer darauf, dass das Wasser tief genug ist und dass sich keine Steine unter der Wasseroberfläche befinden, schließlich ist Dein Foil bis zu einem Meter unter Wasser, wenn Du Dich nicht gerade in der Flugphase befindest. Beim Crash gegen einen Stein oder den Grund beschädigst Du nicht nur das Foil, sondern riskierst selbst verletzt zu werden.

Welche Hersteller bieten Wings, Wingfoilboards und Foils an?

Die ersten Hersteller, die Wings auf den Markt gebracht haben, waren Kitehersteller wie zum Beispiel Naish. Da der Wing aus demselben Material und mit derselben Technologie wie ein Kite hergestellt wird, konnten die Kitehersteller auf ihr Know-how zurückgreifen.

Mittlerweile gibt es zahlreiche Brands, die sich mit dem Thema Wingfoilen beschäftigen. Manche Hersteller bieten sowohl Wings, Wingfoilboards und Foils an, manche konzentrieren sich zum Beispiel auf die Herstellung von Wingsurfboards. Hier ein kleiner Auszug, welche Brands aus unserem Sortiment aktuell Wingfoilequipment anbieten:

Wingfoiler mit Takoon Wing

Fazit: Wohin wird sich das Wingfoilen und das Wingen generell entwickeln?

Der Wing hat als Wassersportgerät eine unglaubliche Entwicklung in den vergangenen zwei Jahren hingelegt. Dementsprechend wird sich in den nächsten Jahren noch viel tun. Hersteller experimentieren mit unterschiedlichen Materialien abseits vom gewohnten Tuch, das bei Kites eingesetzt wird. Es entwickeln sich neue Einsatzgebiete am Land und am Schnee und generell ermöglicht der Wing für viele Menschen einen einfacheren Einstieg in den Wassersport als beispielsweise Kitesurfen oder Windsurfen.

Wir sind gespannt, wo die Reise in Zukunft hingeht!

Du interessierst Dich für eine Wingfoil Ausrüstung? Besuche uns in unserem Wingfoil Shop in Oberndorf bei Salzburg oder wirf einen Blick in unser Wingfoil Sortiment in unserem Onlineshop! Bei uns findest Du Wingfoil Angebote von Marken wie Ensis, MB Boards, Naish, Airush, Starboard, Flysurfer und vielen weiteren Marken.


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